Ausbildungsbetrieb Detailhandel Schmuck-Edelsteine-Uhren

Zwei Ausbildungswege in Ihrem Fachgeschäft

Als Lehrbetrieb der Ausbildungs- und Prüfungsbranche Schmuck-Edelsteine-Uhren können Sie in zwei Berufen ausbilden – je nach Profil der Lernenden und Möglichkeiten Ihres Geschäfts:

 Detailhandelsfachfrau:mann EFZDetailhandelsassistent:in EBA
Lehrdauer3 Jahre2 Jahre
AbschlussEidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ)Eidg. Berufsattest (EBA)
Berufsfachschule1,5 Tage/Woche (1. Lj.), 2 Tage (2. Lj.), 1 Tag (3. Lj.)1 Tag/Woche in beiden Lehrjahren
Überbetriebliche Kurse14 Tage über 3 Lehrjahre (durch den VSGU)10 Tage über 2 Lehrjahre (durch den VSGU)
Schwerpunkt«Gestalten von Einkaufserlebnissen» oder «Betreuen von Online-Shops»
ArbeitsweiseZunehmend selbstständig, inkl. anspruchsvoller BeratungsgesprächeMitarbeit unter Anleitung
Geeignet fürJugendliche mit guten schulischen LeistungenPraktisch orientierte Jugendliche, die mehr Zeit zum Lernen brauchen

Kein Abschluss ohne Anschluss: Nach einem erfolgreichen EBA-Abschluss können Lernende verkürzt in die EFZ-Lehre einsteigen (direkt ins 2. Lehrjahr). Wer beide Wege anbietet, kann Talente im eigenen Geschäft weiterentwickeln – vom Berufsattest bis zum Fähigkeitszeugnis.

Gut zu wissen: Das spezifische Branchenwissen zu Edelmetallen, Edelsteinen, Perlen und Uhren wird in beiden Berufen in den überbetrieblichen Kursen des VSGU vermittelt – Ihr Betrieb muss nicht alles selbst abdecken.

Was bringt mir ein:e Lernende:r?

Lernende im Detailhandel leisten früh produktive Arbeit – und wachsen zu vollwertigen Fachpersonen im Verkauf heran:

Zu Beginn der Lehre (EFZ und EBA)

  • Mithilfe bei Warenbewirtschaftung, Warenpflege und Lagerhaltung
  • Unterstützung bei der Warenpräsentation, Dekoration und im Schaufenster
  • Einfache Kundenkontakte, Kassieren und Verpacken unter Anleitung

Mit zunehmender Erfahrung

  • EFZ: Selbstständige Beratungs- und Verkaufsgespräche – auch in einer Fremdsprache, Entgegennahme von Reparatur- und Serviceaufträgen, Mitarbeit im Einkauf und in der Administration, je nach Schwerpunkt Mitbetreuung des Online-Shops
  • EBA: Beraten und Bedienen der Kundschaft auf verschiedenen Kanälen sowie Mitarbeit in den Warenbewirtschaftungsprozessen – unter Anleitung, mit klar definierten, überschaubaren Aufgaben, die im Ladenalltag zuverlässig entlasten

Und darüber hinaus:

  • Sie sichern qualifizierten Nachwuchs für Ihr Fachgeschäft – ausgebildete Lernende kennen Ihr Sortiment, Ihre Kundschaft und Ihre Werte
  • Mit der EBA-Lehre geben Sie jungen Menschen eine Chance, denen der direkte Weg in die EFZ-Lehre (noch) nicht offensteht – und gewinnen motivierte Mitarbeitende, die Sie bei Eignung intern zum EFZ weiterentwickeln können
  • Junge Menschen bringen frische Ideen mit, gerade bei digitalen Themen und neuen Kundenbedürfnissen
  • Sie wirken am Erhalt des Fachhandels für Schmuck, Edelsteine und Uhren mit

Ihre Voraussetzungen im Detail für beide Berufe

Fachliche Qualifikation
Als Detailhandelsfachperson Schmuck-Edelesteine-Uhren EFZ mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung erfüllen Sie die erste Voraussetzung. 

Berufsbildnerkurs 
Der Besuch des Berufsbildnerkurses ist obligatorisch: 5 Kurstage (40 Kursstunden) bis zum Berufsbildnerausweis. Der Kurs qualifiziert Sie für die Ausbildung in beiden Berufen. 

Pensum im Betrieb 
Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner ist zu 100 % im Betrieb tätig – oder es sind zwei Berufsbildner:innen mit einem Pensum von je mindestens 60 % angestellt.

Betriebliche Voraussetzungen 
Ihr Geschäft verfügt über die Mindesteinrichtung und das Mindestsortiment gemäss den Vorgaben der Ausbildungs- und Prüfungsbranche Schmuck-Edelsteine-Uhren. Ihr Sortiment und Ihre Tätigkeitsfelder müssen breit genug sein, um die im jeweiligen Bildungsplan verlangten Handlungskompetenzen zu vermitteln: Mindesteinrichtung und Mindestsortiment Lehrbetrieb (A+P Schmuck-Edelsteine-Uhren)
Für den EFZ-Schwerpunkt «Betreuen von Online-Shops» braucht es zudem einen aktiv betriebenen Online-Verkaufskanal.

Bildungsbewilligung 
Um ausbilden zu dürfen, benötigt Ihr Betrieb eine Bildungsbewilligung des kantonalen Berufsbildungsamts. Wichtig: Die Bewilligung wird pro Beruf separat erteilt – für die EFZ- und die EBA-Ausbildung also je einzeln. Sie ist kostenlos, und Sie können den Antrag auch stellen, wenn Sie noch nicht alle Anforderungen erfüllen: Das Amt berät Sie auf dem Weg dorthin.

Lohnempfehlungen

Lohnkosten

Als VSGU richten wir uns nach den Lohnempfehlungen für Lernende des kaufmännischen Verbands:

 

Weitere Kosten für die Ausbildung

üK-EinheitKosten pro Lernende:m
üK 1A CHF 1’080.00 
üK 1B, üK 2 & üK 3 CHF 2’160.00

Diese Kosten beinhalten Unterricht, Miete, Infrastruktur, Lehrmittel, Material, Infoblätter, Referentenhonorare, Übernachtung, Vollpension, Gebühren, Kompetenznachweise und deren Korrektur.

VSGU-Mitglieder erhalten zusätzliche Ausbildungsunterstützung pro Lernende:n. Kontaktieren Sie uns für mehr Informationen.

In 5 Schritten zum Ausbildungsbetrieb

  • Voraussetzungen prüfen – Berufsbildner:in mit EFZ und mindestens zwei Jahren Berufserfahrung im Detailhandel bestimmen.
  • Berufsbildnerkurs besuchen – 5 Tage bis zum Berufsbildnerausweis.
  • Bildungsbewilligung beantragen – beim kantonalen Berufsbildungsamt, für EFZ und/oder EBA. Der Antrag ist kostenlos und auch möglich, wenn noch nicht alle Anforderungen erfüllt sind: Übersicht der kantonalen Berufsbildungsämter
  • Betriebsbesuch – Die kantonale Berufsinspektorin bzw. der Berufsinspektor prüft im Rahmen eines Besuchs, ob Ihr Geschäft die betrieblichen Voraussetzungen erfüllt. Danach wird die Bildungsbewilligung erteilt.
  • Lehrstelle ausschreiben und Lehrvertrag einreichen – Schreiben Sie Ihre Lehrstelle über Ihre eigenen Kanäle und kostenlos im Lehrstellennachweis (LENA) aus. Nach der Wahl Ihrer bzw. Ihres Lernenden füllen Sie den Lehrvertrag aus und senden ihn ans kantonale Berufsbildungsamt. Dieses meldet die lernende Person an der Berufsfachschule an; der VSGU bietet sie zu den überbetrieblichen Kursen auf.

Die passende Person finden

Das sollten angehende Lernende in beiden Berufen mitbringen:

  • Abgeschlossene obligatorische Schulzeit
  • Freude am Kontakt mit Menschen und ein gepflegtes, vertrauenswürdiges Auftreten
  • Interesse an Schmuck, Edelsteinen und Uhren sowie Sinn für Ästhetik
  • Sorgfalt und Verlässlichkeit im Umgang mit wertvollen Produkten
  • Bereitschaft, mündliche Kenntnisse in einer Fremdsprache zu erwerben
  • Und nicht zuletzt: Die Chemie zwischen Ihnen, Ihrem Team und der lernenden Person muss stimmen

Welcher Beruf für wen? Die EFZ-Lehre eignet sich für Jugendliche mit guten schulischen Leistungen, die selbstständig anspruchsvolle Beratungsgespräche führen wollen. Die EBA-Lehre ist der richtige Weg für praktisch orientierte Jugendliche, die mehr Zeit zum Lernen brauchen – mit der Option, danach verkürzt ins EFZ einzusteigen. Fleiss und Einsatz während der Lehrzeit können schulische Defizite dabei ausgleichen.

Empfohlenes Vorgehen bei der Auswahl:

  1. Bewerbungsgespräche führen
  2. Schnuppertage im Geschäft anbieten – so sehen beide Seiten, ob es passt, und Sie erkennen, welcher der beiden Ausbildungswege der richtige ist
  3. Lehrvertrag ausfüllen und beim kantonalen Berufsbildungsamt einreichen: Alle Informationen zum Lehrvertrag

Tipp: Bieten Sie regelmässig Schnupperlehren an – sie sind das wirksamste Mittel, um passende Lernende für Ihr Geschäft zu gewinnen.

Ausbilden im Alltag

Drei Lernorte, ein System 

Beide Ausbildungen erfolgen nach den Bildungsplänen von Bildung Detailhandel Schweiz (BDS) und finden an drei Lernorten statt: in Ihrem Betrieb, an der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen des VSGU. Die Lernenden arbeiten mit Praxisaufträgen über die digitale Lernplattform; als Berufsbildner:in führen Sie regelmässig Standortgespräche.

Detailhandelsfachfrau:mann EFZ

Fünf Handlungskompetenzbereiche:

BereichInhalt
AGestalten von Kundenbeziehungen
BBewirtschaften und Präsentieren von Produkten und Dienstleistungen
CErwerben, Einbringen und Weiterentwickeln von Produkte- und Dienstleistungskenntnissen
DInteragieren im Betrieb und in der Branche
EGestalten von Einkaufserlebnissen (bzw. Betreuen von Online-Shops, je nach Schwerpunkt)

Sie erstellen pro Lehrjahr einen benoteten betrieblichen Kompetenznachweis (drei insgesamt). Diese zählen als Erfahrungsnote «Bildung in beruflicher Praxis» direkt zum Qualifikationsverfahren. Die praktische Abschlussprüfung findet in Ihrem Verkaufsgeschäft statt.

Detailhandelsassistent:in EBA

Vier Handlungskompetenzbereiche 
(A bis D, wie oben – ohne den Bereich E). Die Lernenden arbeiten dabei unter Anleitung. Auch hier beurteilen Sie die Leistungen im Betrieb; zusammen mit den üK-Beurteilungen und der praktischen Prüfung im Verkaufsgeschäft (Ladenprüfung) ergibt sich der Abschluss als Detailhandelsassistent:in EBA.

Überbetriebliche Kurse – das Branchenwissen für beide Berufe
In den üK des VSGU (EFZ: 14 Tage / EBA: 10 Tage) wird das spezifische Fachwissen der Branche vermittelt: Edelmetalle, Edelsteine, Perlen, Uhren, Fachberatung. Die üK-Beurteilungen fliessen in beide Qualifikationsverfahren ein. → [Link: üK Detailhandel (VSGU) – Termine, Programm, Anmeldung]

Ihre Anlaufstellen

VSGU – Verband Schweizer Goldschmiede und Uhrenfachgeschäfte Ihre Ausbildungs- und Prüfungsbranche Schmuck-Edelsteine-Uhren: zuständig für die überbetrieblichen Kurse (EFZ und EBA), das branchenspezifische Qualifikationsverfahren und alle Fragen rund um die Ausbildung im Fachhandel. Mitgliedern stehen zudem Juristinnen und Juristen beratend zur Seite.

 

Bildung Detailhandel Schweiz (BDS) Nationale Trägerschaft der Detailhandelsberufe: Bildungsverordnungen, Bildungspläne, Praxisaufträge und Umsetzungsinstrumente für EFZ und EBA. 

 

Kantonale Berufsbildungsämter
Zuständig für Bildungsbewilligung, Lehraufsicht und Lehrverträge. 

Bereit, den Verkaufsnachwuchs Ihrer Branche auszubilden?

 Machen Sie den ersten Schritt – die Geschäftsstelle des VSGU unterstützt Sie gerne auf dem Weg zum Ausbildungsbetrieb.

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